Michele Savino
Gudrun Bonnemann
Rudolf Kneip
Albert Elbert
Josef Fassbender
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Konzert vom 20.06.1993

Presse-Echo

Kleine Messe für die Gräfin aus Paris
Madrigalchor Kerpen beeindruckte sein Publikum mit einer Rossini-Interpretation

[Hemma Ottisch] Von Beethoven erhielt Rossini einst den Rat, bei der Oper zu bleiben und „viele Barbiere“ zu schreiben. Dies in Anspielung auf die angeblich recht mangelhafte Ausbildung Rossinis im Kontrapunkt. Wen wundert es, dass der Komponist in seinem letzten größeren Werk, der „Petite Messe solennelle“ für Soli, Chor, zwei Klaviere und Harmonium, folglich besonderen Ehrgeiz in der Verarbeitung tradierter Formen der geistlichen Musik darlegte.
Im Alter von 71 Jahren schrieb Rossini diese Messe für die Einweihung der Hauskapelle des Grafen Pillet-Will, der zu seinem Freundeskreis in Paris zählten. Das Werk ist dessen Frau, der Gräfin Pillet-Will, gewidmet. Das Instrumentarium, Harmonium und Klavier, war zu jener Zeit in Frankreich nicht ungewöhnlich, das „Petite“ im Titel bezieht sich nur auf die kleine Besetzung, denn mit einer Länge von mehr als 80 Minuten ist die Messe alles andere als klein.
Sie enthält den vollständigen Messtext, dem ein Hymnus “O salutaris hostia“ eingefügt ist. Als eigenartigste Charakteristik dieser Messe gelten die Tiefe des Ausdrucks einerseits und die ironische Brechung auf der anderen Seite. In der Originalpartitur schreibt Rossini dazu sein musikalisches Vermächtnis: „Lieber Gott, da ist sie nun fertig, diese bescheidene kleine Messe. Ist es heilige Musik..., oder verfluchte Musik? Ich bin für die Opera buffa geschaffen, wie Du genau weißt. Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei denn gepriesen und lass mich ins Paradies. G. Rossini. Passy 1863.“In der Marienkirche in Sindorf erfuhr das Werk mit dem Madrigalchor Kerpen unter der großartigen Einstudierung von Gudrun Bonnemann eine bemerkenswerte Aufführung. Ausgestattet mit prächtigem, homogenen Stimmenpotential, präsentierte sich der Chor bestens einstudiert, dynamisch abgestuft, und bereicherte auch mit feinen Momenten der Besonnenheit. Die Solisten waren mit Michaela Krämer (Sopran), Claudia Schubert (Alt), Markus Müller (Tenor) und Stephan Schreckenberger (Bass) optimal besetzt. Das kleine Instrumentarium mit Stephan Wehr(Klavier), Claudia Schott (Klavier) und Andreas Pumpa (Harmonium) setzte sich wirkungsvoll in Szene. Zum Schluss gab es stehende Ovationen für alle Beteiligten vom beeindruckten Publikum. (Kölner Stadt-Anzeiger vom 23.06.1993)


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