Michele Savino
Gudrun Bonnemann
Rudolf Kneip
Albert Elbert
Josef Fassbender
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Konzert vom 14.06.1992

Presse-Echo

Besinnliches Konzert mit Musik alter Meister
Kerpener Madrigalchor und Ensemble „Col Legno“ in der Ulrichkirche

[Andrea Schutte] Ein besinnliches Konzert mit Musik alter Meister gaben der Kerpener Madrigalchor und das Ensemble „Col Legno“ aus Köln. Die Ulrichkirche aus dem 15. Jahrhundert bot eine gute Akustik und einen schönen Rahmen nicht nur für die instrumentalen Stücke, hauptsächlich aus dem 17. Jahrhundert, mit denen die Kölner Gruppe debütierte.
Die drei jungen Musiker Susanne Hochscheid (Flöte), Lutz Heiwolt (Viola da Gamba) und Hans Peter Peil (Laute) überzeugten durch harmonisches Zusammenspiel und gute solistische Einlagen. Und das, obwohl das Ensemble der drei Absolventen der Musikhochschule Köln erst seit kurzem besteht. Höhepunkt des Vortrags war „La Folia“ von Arcangelo Corelli, dessen Thema bereits von Vivaldi aufgegriffen und von Rachmaninow für Klavier umgesetzt wurde. Weiterer Glanzpunkt war das Solo von Susanne Hochscheid mit Jacob van Eycks „Bravade, der Fluyten Lusthof“ von 1648. Die Flötentöne schienen gleichsam aus dem Nichts zu kommen und schwerelos durch den Kirchenraum zu treiben.
In regelmäßigen Abständen wurde die instrumentale weltliche Kammermusik des „Col Legno“ von vokaler, geistlicher Musik des Madrigalchors abgelöst, unterstützt von Lutz Heiwolt und Hans Peter Peil, die auf ihren Instrumenten den Generalbass spielten. Von der Stimmgewalt des Chores wurden die beiden Saiteninstrumente jedoch fast vollkommen übertönt. Der Chor, der von der Sindorfer Kantorin Gudrun Bonnemann geleitet wird, verfügt über sehr gute Stimmen, die man bei einem Laienchor kaum vermutet. Besonders gelungen war die Interpretation der Motette „Halt was Du hast“ von Johann Michael Bach, die für Doppelchor komponiert worden ist. Jeder Chor singt seinen eigenen Text, am Schluss erklingt – gemeinsam gesungen – die letzte Strophe des berühmten Chorals „Jesu, meine Freude“.Auch die Motetten von Johann Hermann Schein aus seinem „Israelsbrünnlein“ und die Motette „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ von dem wohl bekanntesten Komponisten dieser Zeit, Heinrich Schütz, wurden überzeugend vorgetragen. (Kölner Stadtanzeiger vom 17.06.1992)


Konzert vom 20.12.1992
Konzert vom 31.05.1992