Michele Savino
Gudrun Bonnemann
Rudolf Kneip
Albert Elbert
Josef Fassbender
Auftrittschronik
Fotogalerie
Konzert vom 09.06.1991

Presse-Echo

Mut wurde belohnt
„Paulus“-Oratorium

[Claudia Valder-Knechtges] Mendelssohns Oratorium „Paulus“ ist ein aufwendiges Werk, an das sich Kirchenchöre in der Regel nicht heranwagen. Anders die Kantorei „St. Maria Königin“; die Chorleiterin Gudrun Bonnemann konnte den (ebenfalls von ihr geleiteten“ Kerpener Madrigalchor heranziehen und so rund 80 Sänger mobilisieren.
Für die Instrumentalbegleitung hatte man – dank finanzieller Unterstützung durch die Stadt und VHS – eine stattliche Abordnung des Kölner Gürzenichorchesters gewonnen.
Die Hörer erlebten in der überfüllten Marienkirche eine konzentrierte, kompetente Darbietung, bei der Mendelssohns große Palette von romantisch-lyrischer Arie bis hin zu monumentalem, barockisierendem Chorgesang überzeugend ausgebreitet wurde.
Das Orchester hielt über weite Strecken hohes Niveau. Dass bei der Begleitung der zahlreichen Rezitative manche Nuance verloren ging, ist bei der zwangsläufig geringen Probenarbeit wohl unvermeidlich. An großen Orchesterstellen aber ließen die 40 Musiker Streicherglanz und Bläserpracht vernehmen.
Von den Gesangssolisten gefiel besonders die Sopranistin Michaela Krämer, die sehr sicher und mit dramatischem Ausdruck gestaltete. Die Tenorpartie war bei Jürgen Leschke gut aufgehoben. Zwar fühlte er sich in der gefühlvollen Kavatine und den Duetten Paulus-Barnabas offenbar wohler als bei den teilweise unbequemen Rezitativen, doch fand er auch hierbei im Verlauf des Konzerts zu größerer Ruhe und stimmlicher Glätte. Mit sonorem Klang und sehr gediegen meisterte Werner Lechte den Basspart, die Wutarie so gut wie den ergreifenden Dankgesang.
Ein kraftvoller, zügiger Eingangschor stellte klar, dass man keineswegs zu hoch gegriffen hatte. Den Höhepunkt der gesanglichen Präsenz erreichten die Sänger nach zwei anstrengenden Stunden im Schlusschor „Nicht aber ihm allein“.Sehr schön und mit großem Ausdruck reagierten sie auch in den langsamen Sätzen auf die modellierenden Gesten der Dirigentin und in den hochdramatischen Volkschören. (Kölner Stadtanzeiger im Juni 1991)


Konzert vom 15.03.1992
Konzert vom 22.03.1991