Michele Savino
Gudrun Bonnemann
Rudolf Kneip
Albert Elbert
Josef Fassbender
Auftrittschronik
Fotogalerie
Konzert vom 22.03.1991

Presse-Echo

Rhythmische Sicherheit, gelungene Intonation
Ein Konzertabend mit romantischer Chor- und Klaviermusik

[Hannes Jörg Kuhn] Ein Abend nach dem Geschmack der Liebhaber romantischer Chor- und Klaviermusik – derartige Konzerte sind um diese Jahreszeit nicht an der Tagesordnung. Romantik pur bot der Madrigalchor Kerpen unter der Leitung von Gudrun Bonnemann und pianistisch ergänzt durch Anette Günther und Michael Jüttendonk. Mit seinen 23 Sängern erwies sich der Chor als homogenes, diszipliniertes, geschmeidiges und stilsicheres kammermusikalisches Ensemble. beeindruckend die hohe Textverständlichkeit („Schönstes Städtchen...“) ohne die vielerorts typisch rheinischen Nachlässigkeiten, rhythmische Sicherheit und saubere Intonation.
Mit all diesen Eigenschaften gelang eine jederzeit überzeugende Gestaltung der „Zigeunerlieder op. 103“ von Johannes Brahms. der Gefühlsbogen vom jugendlichen Überschwang der Liebe, von Keckheit, Eifersucht, Stolz, Wehmut und Liebesleid, wie er von Brahms so großartig in Töne gefasst wurde, fand durch Frau Bonnemanns tänzerische , mimisch und gestisch fordernde Führung eine adäquate Umsetzung.
Gewissermaßen zum Aufgalopp bot der Chor das „Zigeunerleben op. 29“ von Robert Schumann, schwungvoll und mitreißend in den deklamatorisch schwierigen Ecksätzen, lyrisch im verhaltenen Mittelteil. Hier assistierte Michael Jüttendonk am Flügel virtuos und mitgestaltend.Einleitend und zwischen den beiden Chorstücken erklangen Kompositionen für Klavier zu vier Händen. Zunächst die 16 Walzer op. 39 von J. Brahms. Auf dem klangschönen „Bösendorfer“ gelang M. Jüttendonk und der Musikstudentin A. Günther vor allem in den kantablen Walzern eine fein abgestimmte Darbietung. Hatte man hier noch bisweilen die Gegenstimmen in der tiefen Lage vermisst, so wurde man auch in dieser Beziehung voll zufrieden gestellt bei der Interpretation von Schuberts fulminantem „Divertissement al l‘ongarese“, bei der die Rollen vertauscht waren und Anette Günther den tiefen Part übernommen hatte. Es gab lang anhaltenden und verdienten Beifall für ein bemerkenswertes Konzert. (Kölner Stadtanzeiger vom im April 1991)


Konzert vom 09.06.1991
Konzert vom 22.09.1990